Hybris & Denken

Der Begriff Hybris begleitet mich seit vielen Monaten. Hybris ist für mich schon beinah eine Universalerklärung für alles, was mir in letzter Zeit im anthroposophischen Weltenerklärungskontext begegnet ist. Sie tritt in vielen unterschiedlichen Manifestationen auf. Wenn man das Element der Selbstreflexion nicht zur Verfügung hat, dann vergisst man in angespannten Diskussionen ganz automatisch, dass man eben so blind ist, wie man schlau zu sein glaubt.

 

denker-01Denken: Sein oder Nicht-Sein

«Ich denke, also bin ich nicht.»

Indem wir denken über die Natur, darf also keinerlei Sein, wie wir es zuschreiben unserer eigenen Objektivität, in diesem Denken über die Natur stecken. Daher muß am Ausgangspunkte einer erkenntnistheoretischen Betrachtung der Satz stehen: «Ich denke, also bin ich nicht.» – Nur dann, wenn wir wagen, diesen Satz dem großen Cartesianischen Irrtum «Ich denke, also bin ich» entgegenzustellen, nur dann stellen wir uns wirklich auf den Boden naturwissenschaftlichen Denkens. Es ist heute notwendig, diese Wendung zu machen, von dem allverehrten, möchte man sagen, Ausgangspunkte des neuzeitlichen Denkens, von dem «cogito, ergo sum» überzugehen zu dem «cogito, ergo non sum», «Ich denke, also bin ich nicht»!

Die Aufgabe der Anthroposophie
gegenüber  Wissenschaft und Leben

Darmstädter Hochschulkurs -GA 77, Seite 23

http://fvn-archiv.net/PDF/GA/GA077a.pdf


Hybris bei Wikipedia

 
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