Es ist der Weg, welcher durch die Mitteilungen der
Geisteswissenschaft in das sinnlichkeitsfreie Denken führt, ein durchaus
sicherer. Es gibt aber noch einen andern, welcher sicherer und vor
allem genauer, dafür aber auch für viele Menschen schwieriger ist. Er
ist in meinen Büchern «Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung»
und «Philosophie der Freiheit» dargestellt. Diese Schriften geben wieder, was der menschliche Gedanke
sich erarbeiten kann, wenn das Denken sich nicht den Eindrücken der
physischsinnlichen Außenwelt hingibt, sondern nur sich selbst. Es
arbeitet dann das reine Denken, nicht das bloß in Erinnerungen an
Sinnliches sich ergehende in dem Menschen, wie eine in sich
lebendige Wesenheit.
Dabei ist in den genannten Schriften nichts
aufgenommen aus den Mitteilungen der Geisteswissenschaft selbst. Und
doch ist gezeigt, dass das reine, nur in sich arbeitende Denken
Aufschlüsse gewinnen kann über die Welt, das Leben und den Menschen. Es
stehen diese Schriften auf einer sehr wichtigen Zwischenstufe zwischen
dem Erkennen der Sinnenwelt und dem der geistigen Welt. Sie bieten
dasjenige, was das Denken gewinnen kann, wenn es sich erhebt über die
sinnliche Beobachtung, aber noch den Eingang vermeidet in die
Geistesforschung. Wer diese Schriften auf seine ganze Seele wirken
lässt, der steht schon in der geistigen Welt; nur dass sich diese ihm
als Gedankenwelt gibt Wer sich in der Lage fühlt, solch eine
Zwischenstufe auf sich wirken zu lassen, der geht einen sicheren Weg;
und er kann sich dadurch ein Gefühl gegenüber der höheren Welt erringen,
das für alle Folgezeit ihm die schönsten Früchte tragen wird.

GA 13, S. 343 f.

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